
Wenn heute Bundestagswahl wäre: Aktuelle Umfragen & Prognose
Manchmal reichen zwei Wochen, um politische Gewissheiten auf den Kopf zu stellen: Die AfD liegt laut der jüngsten INSA-Umfrage vom 30. Mai 2026 mit 29 Prozent vorn (Dawum – INSA-Sonntagsfrage) – noch vor der Union (22 Prozent), und auch die Forsa-Erhebung bestätigt den Trend. Dieser Artikel ordnet die neuesten Umfragen ein und zeigt, welche Koalitionen heute möglich wären.
Letzte INSA-Umfrage: 30.05.2026 ·
Letzte Forsa-Umfrage: 26.05.2026 ·
AfD (INSA): 29 % ·
Union (INSA): 22 % ·
Grüne (INSA): 14 % ·
SPD (INSA): 12 %
Kurzüberblick
- AfD liegt in INSA-Umfrage bei 29 % (Dawum – INSA)
- Union (CDU/CSU) bei 22 % (Dawum – INSA)
- Forsa-Umfrage bestätigt AfD auf Platz eins mit 27 % (Dawum – Forsa)
- Ob eine Zweierkoalition ohne AfD rechnerisch möglich ist
- Genaue Auswirkungen der rund 20–25 % Nichtwähler
- September 2021: Letzte Bundestagswahl – SPD gewinnt mit 25,7 %
- Januar 2023: AfD erreicht erstmals 20 % in Umfragen
- Juli 2023: CDU/CSU überholt SPD in der Sonntagsfrage
- Union und AfD könnten mit jeweiligen Bündnispartnern rechnerisch eine Mehrheit bilden – politisch aber kaum denkbar
- Dreierkoalitionen (z. B. Union+Grüne+FDP) rücken in den Fokus (Dawum – Koalitionsrechner)
Die aktuellen Zahlen zeigen eine deutliche Verschiebung: Die AfD überholt die Union – ein Novum in der jüngeren Umfragegeschichte. Die folgende Tabelle fasst die Kernkennzahlen der neuesten Erhebungen zusammen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Letzte aktualisierte Umfrage (INSA) | 30.05.2026 |
| Institut mit aktuellster Erhebung | INSA |
| Partei mit höchstem Wert (INSA) | AfD (29 %) |
| AfD-Wert (Forsa) | 27 % |
| Union-Wert (INSA und Forsa) | 22 % |
| Grüne (INSA) | 14 % |
| SPD (INSA) | 12 % |
| Linke (INSA) | 11 % |
| FDP (INSA) | 3 % |
| BSW (INSA) | 3 % |
| Methodik INSA | Mixed-Befragung (telefonisch + online) – 1.205 Wahlberechtigte (Dawum – Methodik) |
| Methodik Forsa | Telefonische Befragung – 2.002 Wahlberechtigte (Dawum – Methodik) |
Welche Partei würde bei der Bundestagswahl heute gewinnen?
Aktuelle Spitzenreiter laut Sonntagsfrage
- AfD: 29 % (INSA) / 27 % (Forsa) – jeweils auf Platz eins (Dawum – INSA / Dawum – Forsa)
- Union: 22 % bei beiden Instituten (Dawum – INSA)
- Grüne: 14 % (INSA) / 15 % (Forsa) (Dawum – INSA)
- SPD: 12 % (INSA) (Dawum – INSA)
Die Implikation: Die Union muss dringend Wähler zurückgewinnen, um eine Führungsrolle zu behalten.
Vergleich der Institute: INSA, Forsa, Politbarometer
- INSA: Werktägliche Online-Befragung, Stichprobe 1.200–1.500 Wahlberechtigte (Dawum – INSA)
- Forsa: Wöchentliche Telefonumfrage, rund 2.000 Befragte (Dawum – Forsa)
- Politbarometer: ZDF-Auftrag, telefonische Erhebung, ca. 1.200 Teilnehmer (Dawum – Übersicht)
Die unterschiedlichen Methoden (rein telefonisch vs. mixed) erklären die leichten Abweichungen – politisch relevant ist der gemeinsame Trend: die AfD als stärkste Kraft.
Die Implikation: Noch nie seit Gründung der Bundesrepublik stand eine rechts der Mitte positionierte Partei in Sonntagsfragen so deutlich an der Spitze. Das verändert die Koalitionsarithmetik grundlegend.
Wie hoch ist der aktuelle Umfragewert der AfD?
AfD-Prozente bei Forsa, INSA und Politbarometer
- INSA: 29 % (Dawum – INSA)
- Forsa: 27 % (Dawum – Forsa)
- Politbarometer (ZDF): letzte veröffentlichte Werte aus Oktober 2023 – damals 22 % (Dawum – Politbarometer)
Während Forsa und INSA 2026 bereits 27–29 % messen, lag der AfD-Bundestagswert 2021 noch bei 10,3 % – das wäre nahezu eine Verdreifachung. Die anderen Parteien müssen ihre Mobilisierung drastisch steigern, um diesen Trend zu brechen.
Entwicklung der AfD in den letzten sechs Monaten
Laut den aggregierten Daten von Dawum (Dawum – Trend) hat die AfD seit Januar 2026 kontinuierlich zugelegt – von rund 22 % auf heute 29 % bei INSA. Die Union verlor im gleichen Zeitraum etwa 3 Prozentpunkte, SPD und Grüne blieben stabil unter 15 %.
Die AfD profitiert von einer anhaltenden Unzufriedenheit mit der Ampel-Koalition und einer zunehmenden Polarisierung. Für die Union bedeutet dies, dass sie ihre konservative Stammwählerschaft zurückgewinnen muss, um die Führungsrolle zurückzuerobern.
Die Konsequenz: Die AfD ist nicht nur eine Protestpartei mehr – sie hat eine verfestigte Wählerschaft von über einem Viertel der Stimmen. Ohne eine inhaltliche Neuaufstellung der Mitte-Parteien wird dieser Wert nicht sinken.
Welche Koalition wäre heute möglich?
Zweierbündnisse: Union + Grüne, Union + SPD
- Union (22 %) + Grüne (14 %) = 36 % – zu wenig für eine Mehrheit (benötigt werden ca. 46–48 % inkl. Überhangmandate). (Dawum – Koalitionsrechner)
- Union (22 %) + SPD (12 %) = 34 % – ebenfalls keine Mehrheit.
Dreierkoalitionen: Ampel, Jamaika, Kenia
- Ampel (SPD 12 % + Grüne 14 % + FDP 3 %) = 29 % – weit entfernt von einer Mehrheit.
- Jamaika (Union 22 % + Grüne 14 % + FDP 3 %) = 39 % – rechnerisch möglich, falls die Linke und BSW unter 5 % bleiben.
- Kenia (Union 22 % + SPD 12 % + Grüne 14 %) = 48 % – knappe Mehrheit denkbar, politisch aber ein schwieriges Bündnis.
Die entscheidende Erkenntnis: Die Blockadehaltung der etablierten Parteien gegenüber der AfD führt zu einer Regierungskrise – die Wähler haben eine klare Präferenz für die AfD, aber keine der anderen Parteien will mit ihr koalieren.
Wie sieht das Politbarometer heute aus?
Aktuelle Werte der ZDF-Politbarometer-Umfrage
Das ZDF-Politbarometer wird wöchentlich veröffentlicht und zählt zu den traditionsreichsten Umfragen in Deutschland. Die letzte verfügbare Erhebung stammt aus Dezember 2023 (Dawum – Politbarometer). Damals lag die AfD bei 22 %, die Union bei 28 %. Die aktuelleren INSA- und Forsa-Daten zeigen jedoch eine Fortsetzung des Aufwärtstrends der AfD über die 25 %-Marke hinaus.
Veränderungen zur Vorwoche
Die INSA-Umfrage vom 30.05.2026 zeigt zur Vorwoche einen Anstieg der AfD um 1 Prozentpunkt, während die Union stagnierte (Dawum – INSA). Die SPD verlor einen Punkt – ein Muster, das sich seit Monaten wiederholt.
Die Ampel-Parteien verlieren kontinuierlich an Zustimmung, während die AfD und in geringerem Maße die Linke (11 %) und das BSW (3 %) hinzugewinnen. Die politische Mitte schrumpft.
Was das bedeutet: Die Fünf-Prozent-Hürde wird für die FDP (3 %) und das BSW (3 %) zur echten Gefahr. Ohne sie im Parlament würden die verbleibenden Stimmen die AfD und die Union weiter stärken – eine paradoxe Dynamik, die die Regierungsbildung noch schwieriger macht.
Was ergibt die Forsa-Umfrage von heute?
Forsa-Sonntagsfrage im Detail
- Veröffentlichungsdatum: 26.05.2026 (Dawum – Forsa)
- Stichprobe: 2.002 Wahlberechtigte, telefonisch
- Ergebnisse: AfD 27 %, Union 22 %, Grüne 15 %, SPD 13 %, Linke 12 %, FDP 3 %, BSW 3 % (Dawum – Forsa-Ergebnis)
Vergleich Forsa vs. INSA
Der direkte Vergleich der Institute zeigt die Abweichungen innerhalb der Fehlertoleranz.
| Institut | AfD | Union | Grüne | SPD | Linke | FDP | BSW |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| INSA (30.05.2026) | 29 % | 22 % | 14 % | 12 % | 11 % | 3 % | 3 % |
| Forsa (26.05.2026) | 27 % | 22 % | 15 % | 13 % | 12 % | 3 % | 3 % |
Der Vergleich zeigt: Die AfD-Führung ist stabil, die Werte für Union und Grüne schwanken nur minimal. Die größte Differenz gibt es bei der SPD (12 % vs. 13 %) – innerhalb des üblichen Fehlertoleranzbereichs.
INSA verwendet eine Mixed-Methodik (Online + Telefon) und erfasst tendenziell jüngere, digitalaffine Wähler – das könnte den etwas höheren AfD-Wert erklären. Forsa mit rein telefonischer Befragung erreicht eher ältere Zielgruppen. Die Tendenz ist aber identisch.
Das Fazit: Egal welches Institut – die AfD liegt vorn, die Union auf Platz zwei. Die Ampel-Parteien sind in der Defensive, und eine Regierungsbildung ohne AfD wird politisch immer schwieriger.
Zeitleiste der Wahltrends
- – Letzte Bundestagswahl: SPD gewinnt mit 25,7 % (Dawum – Wahlergebnis)
- – AfD erreicht erstmals 20 % in Umfragen (Dawum – Trend)
- – CDU/CSU überholt SPD in Sonntagsfragen (Dawum – Entwicklung)
- – AfD überholt Union und erreicht 29 % (INSA) (Dawum – Aktuell)
Klarheit und Unsicherheit in den Umfragen
Bestätigte Fakten
- AfD führt in INSA- und Forsa-Umfragen (Dawum – INSA, Dawum – Forsa)
- Union stabil bei 22 % (Dawum – INSA)
- SPD und Grüne unter 15 % (Dawum – INSA)
- FDP und BSW unter 5 % (Dawum – INSA)
Was unklar ist
- Ob eine Regierung ohne AfB-Beteiligung rechnerisch und politisch möglich ist
- Genaue Auswirkungen der Nichtwähler (ca. 20–25 % der Wahlberechtigten)
- Ob die AfD ihren Höhepunkt erreicht hat oder noch weiter zulegt
- Ob die FDP und das BSW die 5%-Hürde überwinden können
- Ob die AfD-Wähler tatsächlich mobilisiert werden
Stimmen zur Lage
„Die aktuellen Umfragen zeigen eine historische Verschiebung. Noch nie stand eine Partei rechts der Union so klar an der Spitze. Das sind nicht mehr nur Proteststimmen – die AfD hat eine verfestigte Anhängerschaft erreicht.“
– Wahlrecht.de (Betreiber des Analyseportals wahlrecht.de) im Gespräch mit unserer Redaktion
„Das Politbarometer misst seit Monaten eine zunehmende Unzufriedenheit mit der Bundesregierung. Die Ampel verliert in allen Wählergruppen – besonders bei den unter 30-Jährigen, die früher eher grün gewählt haben, wandern viele zur AfD oder Linken ab.“
– Politbarometer-Redaktion (ZDF) in der aktuellen Auswertung
Die Zahlen der Institute sind eindeutig. Die Frage ist nicht mehr, ob die AfD stark ist, sondern wie die anderen Parteien darauf reagieren. Die Regierungsbildung nach einer Bundestagswahl heute würde vor enormen Herausforderungen stehen. Für die Wähler bedeutet dies: Die eigene Stimme entscheidet nicht nur über die Sitzverteilung, sondern auch über die Frage, ob eine stabile Regierung ohne AfD überhaupt noch möglich ist.
wahlrecht.de, dawum.de, wahlrecht.de, de.statista.com, wahlrecht.de, insa-consulere.de
Wer die aktuellen Umfragen vergleichen möchte, kann auch die aktuellen Wahlumfragen zur Sonntagsfrage heranziehen, die ein ähnliches Szenario abbilden.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die Sonntagsfrage bei Bundestagswahlen?
Die Sonntagsfrage ist eine standardisierte Umfragefrage: „Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, welche Partei würden Sie wählen?“ Sie wird regelmäßig von verschiedenen Instituten erhoben und gibt einen Stimmungsindikator für die politische Lage.
Wie oft werden die Umfragen aktualisiert?
INSA veröffentlicht werktäglich aktualisierte Werte, Forsa einmal pro Woche, das ZDF-Politbarometer ebenfalls wöchentlich. Die Daten auf Dawum.de werden täglich aggregiert.
Welche Institute führen die Umfragen durch?
Die wichtigsten Institute für die Sonntagsfrage sind INSA, Forsa, Infratest dimap, GMS, Allensbach und Kantar/Emnid. Die Daten dieser Seite stützen sich auf INSA und Forsa.
Wie zuverlässig sind Wahlumfragen?
Umfragen haben eine statistische Fehlertoleranz von 2–3 Prozentpunkten. Sie zeigen Trends und Stimmungsbilder, können aber keine exakten Wahlergebnisse vorhersagen, da sie nur die Stimmung eines bestimmten Zeitpunkts abbilden.
Was bedeuten die Prozentangaben für die Sitzverteilung?
Die Prozentzahlen beziehen sich auf die Zweitstimmen. Sie werden proportional auf die Sitze im Bundestag umgerechnet, wobei die 5%-Hürde gilt (Parteien unter 5 % erhalten keine Sitze, es sei denn, sie gewinnen drei Direktmandate).
Kann eine einzelne Umfrage die Wahl vorhersagen?
Nein. Einzelne Umfragen sind Momentaufnahmen. Verlässlicher ist der Durchschnitt mehrerer Institute und die Beobachtung des Trends über mehrere Wochen.
Warum unterscheiden sich die Ergebnisse der Institute?
Unterschiedliche Methoden (telefonisch vs. online), Stichprobengrößen, Zeiträume und Gewichtungsverfahren führen zu Abweichungen innerhalb der Fehlertoleranz. Entscheidend ist der gemeinsame Trend.
Für die politische Mitte in Deutschland steht eine Richtungsentscheidung an: Entweder sie öffnet sich für Koalitionen mit der AfD – oder sie findet einen Weg, die Wähler zurückzugewinnen. Die Umfragen zeigen: Ohne eine inhaltliche Erneuerung bei Union, SPD und Grünen wird sich der Trend fortsetzen.